1. Gesundheitsforum Landquart

Allergien

In regelmässigen Abständen wollen die Falknis Apotheke in Landquart und die Schweizerische Akademie für Medizin und Ethik im Forum im Ried öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu allgemein interessierenden Themen der Medizin veranstalten. Als erstes Thema wurden die Allergien gewählt, die sich zu einer Volkskrankheit entwickelt haben. Herr Dr. Andreas Schapowal, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe in Landquart wird über die Gründe für die Zunahme der Allergien, den Weg zur richtigen Diagnose und die Möglichkeiten der allergologischen Therapie sprechen. Frau Jeannette Adank, Apothekerin in der Falknis-Apotheke in Landquart, wird über allergenarme Säuglingsnahrung und über naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten berichten.

Der Begriff Allergie wurde 1906 vom Wiener Pädiater Clemens von Pirquet geprägt. Man versteht darunter Krankheiten, die als Folge einer überschiessenden Reaktion des menschlichen Immunsystems auf Fremdsubstanzen entstehen. Diese Fremdsubstanzen oder Allergene gelangen über die Schleimhäute durch Einatmen oder Schlucken, durch direkten Hautkontakt oder durch Spritzen in den menschlichen Körper. Die Vererbung spielt eine wichtige Rolle,. Den gleichen Anteil haben jedoch auch Umwelteinflüsse.
Zahlreiche Studien haben eine dramatische Zunahme der allergischen Krankheiten vor allem seit 1960 nachgewiesen. So litten in der Schweiz 1926 nach Rechsteiner 0,82% an Heuschnupfen; 1994 waren es aufgrund der Schweizer Umwelt-Allergiestudie 14,2 %. Ähnliche Zuwachsraten werden für das allergische Asthma und die atopische Dermatitis beschrieben. Während in der Schweiz 10 % der Kinder Asthma haben, sind es in Australien schon 25 %. An Kontaktallergien leiden 8 - 10 % der Bevölkerung. Insgesamt sind über ein Drittel unserer Bevölkerung während ihres Lebens von allergischen Krankheiten betroffen. Schätzungen besagen, dass dies in 20 Jahren die Hälfte der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen sein wird. Die Ursache dieser Zunahme ist nicht restlos geklärt. Als verantwortliche Faktoren werden die Luftverschmutzung (Autoabgase, Zigarettenrauch), Veränderungen in der Ernährung (hygienische Massnahmen, Zusatzstoffe, Antibiotika und Hormonzusätze) und den häuslichen Umweltbedingungen (verbesserte Isolation fördert Luftfeuchtigkeit und damit Milben- und Schimmelpilzwachstum) sowie die Abnahme parasitärer und frühkindlicher mikrobieller Erkrankungen diskutiert, ebenso die verminderte Auseinandersetzung mit Bakterien.
Allergische Erkrankungen sind für einen ständig zunehmenden Teil der Gesundheitskosten in Europa verantwortlich. Sie verursachen erhebliche direkte Kosten (ambulante ärztliche Behandlung, Krankenhausbehandlung, Kuren, Medikamente) und indirekte Kosten (Abwesenheit von Arbeit oder Schule, Verdienstausfall, präventive Massnahmen). Die Gesamtkosten in der Schweiz durch Allergien werden auf 1,5 - 2 Milliarden Franken geschätzt. Die Lebensqualität der Patienten ist eingeschränkt und an Asthma sterben jährlich immer noch zahlreiche Patienten, z. B. in Deutschland über 4.000 im Jahr.
Die wichtigsten allergischen Krankheiten sind Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis. Nahrungsmittelallergien spielen sich nur zu 20 % im Magen-Darm-Trakt ab; häufiger sind Beschwerden an der Haut und den Atemwegen bis hin zum Schock. Die häufigsten Allergene sind Gräser- und Baumpollen, Hausstaubmilben und Tierhaare. 1 % der Allergien werden durch Schimmelpilze verursacht, durch Nahrungsmittel ein weiteres Prozent im Erwachsenen-, aber
8 % im Kindesalter.
Die Diagnose allergischer Erkrankungen erfolgt durch die Krankengeschichte und Hauttests. Bleiben Fragen offen, ergänzen Untersuchungen im Blut und Allergietests an den Organen, wo die Beschwerden bestehen, also z. B. an der Nase oder am Auge, die Diagnostik.
Zur ursächlichen Behandlung gehören die Vermeidung der Allergene - sofern dies möglich ist - und die Hyposensibilisierung. Die Hyposensibilisierung ist nicht nur die beste Behandlungsmöglichkeit des Heuschnupfens, sondern verhindert auch oft das Auftreten von Asthma. Sie ist auch bei schon bestehendem allergischen Asthma eine Therapiemöglichkeit. Daneben gibt es zahlreiche Medikamente, die zunächst örtlich, in zweiter Linie in Tablettenform gegeben oder gespritzt werden. Oft ist es sinnvoll, verschiedene Medikamente zu kombinieren, um die Wirkung zu steigern und die Nebenwirkungen zu mindern. Neben schulmedizinischen Behandlungsmethoden gibt es eine Reihe von naturheilkundlichen Therapiemöglichkeiten. Die Wirkung der Akupunktur ist eindeutig bewiesen. Frau Adank wird in Ihrem Vortrag im besonderen auf die Hömöopathie in Form der von Dr. Samuel Hahnemann vor über 200 Jahren begründeten klassischen Einzelhomöopathie und die symptomatische Therapie mit homöopathischen Komplexmitteln eingehen. Ferner wird sie über die Therapie mit Spenglersan(r) berichten, die von Dr. Carl Spengler begründet wurde und auf das Immunsystem als Konstitutions- und Entgiftungsmittel wirken soll.

Die Vorträge finden am Montag, 30. April 2001 um 19 Uhr im Forum in Ried in Landquart statt.