Grussbotschaft zum 3. Symposium Medizin und Ethik

von Chevalier Oberst Gregor Roos, GCLJ
Grossprior des Grosspriorates Schweiz des Lazarus Ordens

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr verehrte Symposiumsteilnehmerinnen und Teilnehmer,
sehr geschätzte Gäste

Als Grossprior des Grosspriorates Schweiz darf ich Ihnen zu Ihrem 3. Symposium Medizin und Ethik die Grüsse und Glückwünsche des Militärischen und Hospitalischen Ordens des Hl. Lazarus von Jerusalem überbringen. Dabei lege ich das Schwergewicht auf die hospitalische Komponente, bestehen doch Verbindungen zwischen unseren modernen Hilfswerken mit ihrem sozial-diakonischen Auftrag und Ihrer vielschichtigen Tätigkeit als Mediziner. Unser Orden war ja in seinen Ursprüngen eine krankenpflegende Gemeinschaft, die sich um das Los der Lepraleidenden kümmerte.
Der Militärische und Hospitalische Orden des Hl. Lazarus von Jerusalem ist eingebettet in das Schicksal der anderen klassischen Ritterorden wie des Malteser- oder Johanniterordens, des Hl. Grabordens und des Deutschen Ritterordens. Ihre Entstehungsgeschichte ist eng verbunden mit den Kreuzzügen. Neunhundert Jahre nach der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer im Jahre 1099 beschäftigen diese Kreuzzüge nicht nur die historische Forschung sondern auch die abendländische Phantasie. Das Grosspriorat Schweiz ist aufgrund seiner historischen Tradition ein Orden mit hierarchischer Gliederung und ökumenischer Ausrichtung, der sich in seinen karitativen Werken grundsätzlich um Menschen in Not kümmert. Er hilft besonders den Schwachen und Kranken und allgemein Bedürftigen. Er setzt sich auch ein für die Festigung des Christentumsin der heutigen Gesellschaft und pflegt den Dialog mit anderen Weltreligionen. Die Lazarus-Damen und Ritter dienen freiwillig, uneigennützig und ehrenamtlich.
Der Lazarus-Orden ist kein Geheimbund oder gar Sekte, auch keine Verbindung von "Dekorierten", sondern eine ritterliche Gemeinschaft, in der die Mitglieder sich gegenseitig Freundschaft erweisen und gemeinsam die Sorgen teilen.
Drei klare Zielsetzungen liegen dem Ordensleben zugrunde:
Wahrung der ritterlichen Traditionen,
Festigung der Einheit unter den Christen,
Durchführung hospitalischer Werke.
Vergleichbar ist unser Orden aus seiner Zielsetzung und seinem Dienstleistungscharakter heraus am ehesten mit der Rotary- und Lionsbewegung. Sehr geehrte Damen und Herren Sie haben Ihr Symposium unter die Thematik "Leben und Sterben zwischen Würde und Finanzen" gestellt. Neben einer medizinischen Bilanz an der Jahrtausendwende werfen Sie dabei auch einen forschenden Blick in die Zukunft und stellen Ihre Betrachtungen in das Licht Ihres hohen Berufsethos. Lassen Sie mich dasselbe tun und aus der Sicht des Lazarus-Ordens fragen: "In welche Kreuzzüge müssen wir moderne Ritter ziehen?" Vielleicht kommen Sie zu den gleichen Antworten wie ich und wie alle Verantwortungsträger, denen der Dienst am Mitmenschen Berufung bedeutet: In den Krieg um Arbeitsplätze und Nahrung, in den Krieg gegen Elend und Not in der Welt. In den Krieg auch für echten Frieden und Gerechtigkeit und um Nachhaltigkeit im Umgang mit der Schöpfung. Durch unser ritterliches Handeln undunsere Hilfsbereitschaft soll Armut in der Welt eine Stimme erhalten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein erfülltes und bereicherndes Symposium und bin stolz, mit meiner Grussbotschaft einen kleinen Beitrag zu Ihrem interdisziplinären Gedankenaustausch mit Vertretern der Weltreligionen, Philosophen, Politikern und Medienschaffenden geleistet zu haben.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit.