Grussbotschaft zum 3. Symposium Medizin und Ethik in Davos

I.D. Christa Irene Prinzessin zur Lippe GCLJ
Commende Berlin-Ostelbien des Lazarus Ordens

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist für mich eine Freude, Ihnen als Teilnehmer des 3. Symposiums Medizin und Ethik die Grüsse und besten Wünsche für ein interessantes Symposium von der Commende Berlin- Ostelbien des Lazarus Ordens zu überbringen.
Lazarus kommt vom Hebräischen "Eleazar" und bedeutet "Gott hat geholfen". Es ist der Name von zwei Personen, die im Neuen Testament bei Johannes 11 und 12 sowie bei Lukas 16, 19 - 31 erwähnt werden. Unser Begriff Lazarett stammt daher.
Im Johannes-Evangelium ist Lazarus der Bruder von Maria und Martha von Bethanien, ein Freund Jesu Christi. Als dieser von seiner schweren Erkrankung hört und zu Hilfe gerufen wird, findet er ihn nur noch tot vor. Jesus erweckt ihn von den Toten, nachdem er schon vier Tage im Grabe gelegen hatte. In der orthodoxen wird Lazarus am Vorabend des Palmsonntags gefeiert. Er soll der Legende nach Bischof von Zypern geworden sein, einer anderen Legende nach Bischof von Marseille.
In der Lukas-Parabel ist Lazarus ein Lepra-kranker Bettler, der sein ärmliches Leben vor dem Haus eines reichen Mannes fristet. Nach dem Tode findet sich der Bettler im Paradies wieder, der reiche Mann aber leidet Qualen in der Welt der Finsternis und bittet darum, Lazarus zu seinen Verwandten zu schicken, um diese vor den Konsequenzen eines Lebens auf Kosten anderer ohne soziales Engagement zu warnen.
Was lernen wir aus diesen Bibelstellen für das Symposium? Der Lazarus im Johannes Evangelium bekommt ein zweites Leben gleich nach dem vermeintlichen Tod von Gott durch Jesus Christus geschenkt. Das Leben endet nicht mit dem Tod. Aber auch für den Lepra- kranken Bettler Lazarus ist das Leben mit dem Tod nicht zu Ende. Das geistige Kontinuum geht weiter und die Konsequenzen aus dem jetzigen Leben haben wir im nächsten Leben zu tragen.
Für die Themen "spirituelle Gesundheit" und "Sterbehilfe", welche sie bei diesem Symposium besprechen werden, sind die erwähnten Bibelstellen relevant. Wir als Christen sind davon überzeugt, dass wir das Leben Gott als Schöpfer verdanken, unabhängig von den modernen Erkenntnissen der Molekularbiologie und Genforschung. Unsere Existenz ist nur scheinbar endlich. Das Leben nach dem Tode existiert und wir können jetzt etwas dafür tun, wie es uns später ergeht. Spirituelle Gesundheit kann im Leben nach Gottes Geboten, mit der richtigen Ethik erreicht werden.
Ich nehme an, dass die meisten Zuhörer unter Ihnen im medizinischen Bereich arbeiten. Sie haben die Chance, in Ihrem Beruf den Menschen zu dienen, Leid zu lindern, vielleicht sogar zu heilen. Wenn Sie dies mit der richtigen Ethik tun, haben nicht nur Ihre Patienten gewonnen, sondern auch Sie ganz persönlich, nicht primär materiell, sondern auch sozial, emotional, spirituell.
Im Lazarus Orden fühlen wir uns ganz besonders der Caritas verbunden. Uneigennützig und ehrenamtlich zu helfen, ist unser Ziel. Diese Hilfe findet u. a. statt im Diakoniestift Lazarus in der Bernauerstrasse in Berlin, auch im dortigen Hospiz, über das unser Confrère Pfarrer Weiss Ihnen noch berichten wird, ferner im Lazarus-Hilfswerk.
Ich wünsche Ihnen ein interessantes Symposium. Erweitern Sie Ihre Einsichten und Erkenntnisse, gewinnen Sie neue Freunde und vertrauen Sie auf die Hilfe des Herrn -

Eleazar-Gott hat geholfen.