4. Gesundheitsforum Landquart

Schmerz - Was können wir tun?

Die Schweizerische Akademie für Medizin und Ethik und die Falknis Apotheke in Landquart führen das 4. Gesundheitsforum Landquart zum Thema "Schmerz" durch. Dr. Andreas Schapowal wird über die Ursachen von Schmerz und die moderne allgemeine Schmerztherapie berichten; Jeannette Adank, Apothekerin der Falknis Apotheke Landquart wird über spezielle pflanzliche Schmerzmittel sprechen. Susanna Akermann, Gemeindeschwester Spitex Igis-Landquart-Mastrils berichtet über die Betreuung von Schmerzpatienten.

Schmerzempfindungen entstehen durch Wahrnehmungen unseres Nervensystems von Schmerzrezeptoren in Haut, Muskulatur, Binde- und Stützgewebe sowie unseren Organen. Diese werden durch physikalische und chemische Reize ausgelöst und über die Nervenbahnen zum Rückenmark und Gehirn weitergeleitet. Im Mittelhirn werden sie durch das Zentrum der Emotionen bearbeitet; unsere Psyche, die Erfahrungen und Erinnerungen, unsere seelische Gestimmheit sind beim Schmerz immer beteiligt.
Zur Behandlung von Schmerzen stehen neben der immer notwendigen ursächlichen Behandlung zahlreiche Schmerzmittel zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen zur Verfügung. Dabei haben sich die Richtlinien des Drei-Stufen-Schemas der Weltgesundheitsorganisation bewährt. Reichen Entspannungsübungen, Ruhe und Schlaf sowie Hausmittel wie Wickel nicht zur Minderung bzw. Behebung von Schmerz aus, stehen in der ersten Stufe der Medikamente meist rezeptfrei erhältliche bekannte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Antirheumatika zur Verfügung. In der zweiten Stufe können dazu schwach auf das zentrale Nervensystem wirksame Opioide wie z. B. Codein bzw. Dihydrocodein gegeben werden. Zur dritten Stufe gehören stark auf das Nervensystem wirkende Opiodie wie z. B. Morphin, die ebenfalls mit Medikamenten der Stufe 1 kombiniert werden können.
Dr. Schapowal wird in seinem Referat in die Ursachen von Schmerz und die allgemeine Schmerztherapie einführen. Massnahmen der Komplementärmedizin wie die Neuraltherapie und die Akupunktur werden vorgestellt. Frau Adank wird in ihrem Vortrag aufzeigen, dass die meisten eingesetzten Schmerzmitel Pflanzeninhaltstoffe bzw. deren Abkömmlinge sind. Als Stammpflanzen sind v. a. der Schlafmohn und die Weide zu erwähnen. Schlafmohn enthält neben vielen anderen Substanzen Morphin. Aus der Weidenrinde kann Salicylsäure gewonnen werden. Salicylsäure wird durch eine chemische Reaktion zu Acetylsalicylsäure - Aspirin®, dem seit der Einführung im Jahre 1901 weltweit meist verkauften Medikament. Einsatzgebiete, Vorsichtsmassnahmen und Gefahren einzelner Schmerzmittel werden aufgezeigt.
Susanna Akermann wird aus ihrer täglichen Praxis als Gemeindeschwester von Spitex Igis-Landquart-Mastrils über die Betreuung von Schmerzpatienten, die Erfolge und die Probleme berichten.
Die Referenten wollen mit ihren Vorträgen verdeutlichen, dass Schmerztherapie heute fast alle Formen von Schmerz bis hin zu starken Schmerzen bei Krebserkrankungen erfolgreich behandeln kann. Eines der Hauptargumente von Sterbehilfeorganisation wie Exit, die für den Freitod werben, dass sie damit Todkranke von unerträglichen Schmerzen befreien wollen, ist in den allermeisten Fällen durch die Nutzung der modernen Schmerztherapie und Palliativmedizin zu entkräften. Liebevolle Sterbebegleitung unter bestmöglicher Schmerztherapie ist die Alternative zur Tötung auf Verlangen. Die Veranstalter möchten hierzu zur Diskussion anregen und einladen.

Die Vorträge finden am Donnerstag, 28. Februar 2002, um 19.30 Uhr im Forum im Ried in Landquart, Raum Hochwang, statt.