2. Gesundheitsforum Landquart

Übergewicht

Die Schweizerische Akademie für Medizin und Ethik und die Falknis Apotheke in Landquart widmen das 2. Gesundheitsforum Landquart dem Thema Übergewicht.
Dr. Andreas Schapowal wird über die Folgeerkrankungen von Übergewicht, die zunehmende Bedeutung dieses Problems im Kindes- und Jugendalter sowie über die Therapiemöglichkeiten sprechen. Jeannette Adank, Apothekerin in der Falknis Apotheke in Landquart, berichtet über naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten.

Übergewicht ist in der westlichen Welt ein zunehmendes Gesundheitsproblem. Bereits 25 % der Kinder und Jugendlichen sind betroffen. Übergewicht führt zu verminderter körperlicher Fitness und senkt die Lebensqualität.
Wie ist Übergewicht definiert? Ärzte verstehen unter Übergewicht Körpergewicht über 120 % des Längensollgewichts. Von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen spricht man dann, wenn mindestens 97 % gleichen Alters und Geschlechts weniger wiegen als der/die Betroffene. Im Erwachsenenalter redet man von Übergewicht bei einem Bodymass-Index (BMI) von über 30 kg/m².

Bodymass-Index = Körpergewicht (kg) : Körpergrösse² (m²)

Was sind die Ursachen? Nur selten liegen Erbkrankheiten zu Grunde, die z. B. das Hunger- und Sättigungsgefühl oder die Fettzellmasse falsch regulieren . Diese prägen sich vor allem dann aus, wenn ungünstige Umgebungsumstände hinzukommen wie z. B. bei Kindern Scheidung der Eltern oder Vernachlässigung und Schulprobleme. Meistens handelt es sich um Bewegungsarmut und falsche Ernährung.
Welches sind die Folgeerkrankungen von Übergewicht? An erster Stelle ist Übergewicht ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen bereits im Kindesalter. Meist werden die kindlichen Prägungen falschen Essverhaltens wie zu hohe tägliche Fettzufuhr und zu hoher tierischer Fettanteil in der Nahrung ins Erwachsenenalter übernommen, ebenso die Abneigung gegen Sport. Dann besteht ein höheres Risiko für folgende Erkrankungen: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Blutzuckerkrankheit, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Störungen des Stütz- und Halteapparates, Gallensteine.
Was kann man tun? Im Kindesalter scheiden Operationen und Medikamente sicher aus. Auch im Erwachsenenalter ist dies auf Dauer nicht erfolgversprechend, wenn auch durchaus ab einem Bodymassindex von über 35 kg/m² die Krankenkassen die Kosten für Medikamente übernehmen, welche die Fettaufnahme in den Körper hemmen. Frei verkäuflich sind Präparate mit starker Quellwirkung. Durch ein Aufquellen dieser Wirkstoffe ergibt sich eine Volumenvergrösserung, die das Hungergefühl zu dämpfen vermag. Daneben sind Fastendiäten erhältlich. Diese haben einen geringen Kalorienanteil, sind aber mit Vitaminen und Spurenelementen angereichert. Durch die Einnahme dieser Präparate anstelle einer Mahlzeit wird die Kalorienaufnahme vermindert, die Zufuhr lebensnotwendiger Stoffe aber beibehalten. Im Gegensatz dazu kommt es bei der unsinnigen Nulldiät in kürzester Zeit zu Mangelerscheinungen. Natürlich sollen auch bereits bestehende Folgeerkrankungen richtig erkannt und behandelt werden.
Entscheidend ist es jedoch, sich selbst das Ziel der Gewichtsabnahme hin zum Normalgewicht zu setzen und mit Hilfe eines guten Programms und am besten in einer Gruppe gleich Betroffener und Gesinnter in die Tat umzusetzen. Ein derartiges Programm muss folgende Bestandteile einschliessen: Sport- und Bewegungsprogramm, Diät und Verhaltenstherapie.

Die Vorträge finden am Mittwoch, 13. Juni 2001 um 19.30 Uhr im Fitness Center Galaxy, Karlihof in Malans statt.