5. Gesundheitsforum Landquart

Venenerkrankungen - Was können wir tun?


Die Schweizerischen Akademie für Medizin und Ethik und die Falknis Apotheke in Landquart führen das 5. Gesundheitsforum Landquart zum Thema "Venenerkrankungen" durch. Margrit Biedermann, Krankenschwester und Medizinische Fachberaterin Kompressionstherapie wird über die Entstehung von Venenerkrankungen und Therapiemöglichkeiten sprechen. Jeannette Adank, Apothekerin der Falknis Apotheke Landquart wird über naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten berichten.

Eine örtliche Gerinnung von Blutbestandteilen in Arterien oder Venen wird als Thrombose bezeichnet, als Phlebothrombose eine Thrombose im Bereich der tiefen Venen. 90 % der Thrombosen entstehen in den tiefen Bein- und Beckenvenen, hingegen nur weniger als 2 % im Bereich der Arme. Als Thrombophlebitis bezeichnet man eine Thrombose oberflächlicher Venen mit Entzündung. Gefährlich kann vor allem die Phlebothrombose dann sein, wenn sich das Blutgerinnsel löst und so unter Umständen eine lebensgefährliche Lungenembolie verursacht.

Phlebothrombosen sind häufig. Jährlich kommen 3 Fälle auf 1000 Einwohner vor. Ursachen können Veränderungen an den Gefässwänden, Veränderungen der Blutzusammensetzung oder Verlangsamung der Blutströmung sein. Begünstigende Faktoren sind Zigarettenrauchen, weibliches Geschlecht, weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) z. B. in Form der Pille oder in der Schwangerschaft sowie Lebensalter über 50 Jahren. Auch bei Langstreckenflügen, wenn man sich zu wenig bewegt, eingeengt sitzt und wenig Wasser trinkt, kommt es immer wieder zu Thrombosen, sogar vereinzelt zu Todesfällen durch Embolien.
Frühzeichen einer Thrombose sind Spannungsgefühl wie bei Muskelkater in den Beinen, Druckschmerz der Waden oder Fusssohlen sowie geschwollene, überwärmte und blass verfärbte Beine unterhalb der Thrombose.
Komplikationen bei Fortschreiten der Erkrankung sind neben der Lungenembolie das sogenannte postthrombotische Syndrom mit Krampfadern (Varizen), in 50 % vermehrte Verletzlichkeit der Haut und Pigmentierung (Stauungsdermatose), in 10 % ein Hautgeschwür (Ulcus cruris).

Die Diagnose stützt sich neben der Anamnese im wesentlichen auf Ultraschalluntersuchungen, in unklaren Fällen auf die Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie).
Die Basistherapie der Thrombose ist Bettruhe für sieben Tage mit Hochlagerung der betroffenen Extremität und die Kompressionstherapie, zunächst mit Wickeln von Arm oder Bein, später durch einen Kompressionsstrumpf nach Mass. Medikamente werden zur Hemmung der Blutgerinnung oder zur Auflösung von Blutgerinnseln eingesetzt. Nur sehr selten ist es angezeigt, den Thrombus operativ zu entfernen. Die naturheilkundliche Behandlung venöser Durchblutungsstörungen erfolgt durch Medikamente, die Trockenextrakte aus dem Samen der Rosskastanie oder aus dem Roten Weinlaub enthalten.


Die Vorträge finden am Dienstag, 25. Juni 2002, um19.30 Uhr im Forum im Ried in Landquart, Raum Hochwang, statt.